Geschichte
der Brühlschen Terrasse

Die Anfänge als Festungsanlage

Historische Ansicht der Brühlschen Gartentreppe in Dresden
Historische Ansicht der Brühlschen Gartentreppe

Herzog Georg der Bärtige ließ von 1519 bis 1529 die Landesherrliche Festungsanlage in Dresden erbauen. Auch die vier Bastionen und das erste Ziegeltor entstanden in diesem Bauabschnitt. Schon 1545 ließ sein Neffe Herzog Moritz die Anlage gegen neuartige Kanonen und Schusswaffen wappnen. Das heute an der Außenmauer der Jungfernbastei zu sehende Moritzmonument entstand 1553 durch Hans Walther. Nachdem die neue Anlage 1555 unter der Leitung von Caspar Voigt von Wierandt abgeschlossen wurde, entstand das Zeughaus. Sein Bruder August und dessen Sohn Christian I. bauten schließlich die Festungsanlage mit der Jungfernbastion und den Kasematten zur Festung »Neu-Dresden« aus.

Brühls Privatgarten

Historische Ansicht der Brühlschen Terrasse in Dresden
Historische Ansicht der Brühlschen Terrasse

Nach dem Tod August des Starken übernahm sein Sohn Friedrich August II. nicht nur das Regierungsgeschäft, sondern auch Heinrich Graf von Brühl als engsten Berater. 1739 schenkte er dem Grafen die alte Festungsanlage an der Elbe. Brühl ließ darauf ein Palais, ein Belvedere, Pavillons, eine Galerie und Gärten errichten. Die Höfe der Bastion wurden verschüttet. Der Besuch der Terrasse blieb adligen Gästen vorbehalten. Bis auf die Gartenanlagen und die Secundogenitur, die Brühl als Bibliothek diente, sind keine der Brühlschen Bauten erhalten. 

Öffentliche Eroberung 

Als Verbündetem Napoleons wurde Sachsens König 1814 nach der Völkerschlacht bei Leipzig die Regierung entzogen. In Dresden setzten die verbündeten Truppen aus Russland, Österreich, Preußen und Schweden Fürst Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski als Generalgouverneur ein, der den Großen Garten und die Brühlsche Terrasse für den Besucherverkehr freigab. Als Zeichen für die öffentliche Zugänglichkeit ließ er Gottlob Friedrich Thormeyer die große Freitreppe erbauen. Zwischen 1868 und 1871 folgte die Aufstellung der vier Figurengruppen »Tageszeiten« von Johannes Schilling an der Freitreppe zur Terrasse. Auch das Rietschel-Denkmal und das Denkmal für Gottfried Semper von Johannes Schilling, der Bau der Kunstakademie und des Lipsiusbaus, der Umbau des Zeughauses zum Albertinum und der Abriss der Knöfelschen Bauten fallen ebenfalls ins 19. Jahrhundert.

Die Brühlsche Terrasse heute

Blick auf die Brühlsche Terrasse in Dresden
Blick auf die Brühlsche Terrasse

Nach der Zerstörung der Brühlschen Terrasse bei den Bombenangriffen von 1945 wurden die Gebäude wieder hergestellt. Ab 1990 erfolgte auch die Beräumung des Schutts in den Renaissance-Gewölben der Kasematten. Zum Bestand des Schlossbetriebes Schlösser und Gärten Dresden gehört sie seit 1993.