Festung Dresden, Brühlsche Terrasse & Stallhof

Die Brühlsche Terrasse wird auch als »Balkon Europas« bezeichnet ‒ mit einer schönen Aussicht über die Elbe. Direkt unter ihr liegt hinter mächtigen Mauern die Festung Dresden. Ihre Kanonenhöfe und Kasematten aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bieten einen Einblick in die Geschichte Dresdens. Auch der Stallhof gehört zu den wenigen Zeugnissen der glanzvollen Renaissancezeit in Dresden.

Festung Dresden

Leitmotiv zur neuen AUsstellung: ein Auge erblickt eine Hand. Darüber ist der Schriftzug zu lesen »Feste. Dramen.Katastrophen. So nah wie nie.«

Wer von der Brühlschen Terrasse über das Elbtal schaut, ahnt nicht, dass er auf einem alten Festungswall steht ‒ mit den ältesten Gewölben Dresdens unter seinen Füßen. Die in den Mauern verborgene Wehranlage ist eines der seltenen Zeugnisse der Dresdner Renaissanceepoche. Obwohl die Stadt damals prosperierte, gibt es wenige Baudenkmäler aus dieser Zeit, weil vieles später barock überformt wurde. Umso spannender ist der Rundgang durch die Festung Dresden: In den erhaltenen Teilen der Festungsanlage können Sie sich in unserer Ausstellung »Feste. Dramen. Katastrophen. So nah wie nie.« in einen weithin unbekannten Teil der Stadtgeschichte entführen lassen.

Erste deutsche Stadt mit Bastionärsbefestigung

Historischer Blick auf die Festung Dresden
Historischer Blick auf die Festung Dresden

Die Festung wurde als mächtiger Mauerring um die Stadt angelegt und war von einem Wassergraben umgeben. Später sicherten zusätzliche Bastionen die Stadt. In den Kasematten wurden Waffen gelagert und Mannschaften untergebracht. Feinde bekämpften sie aus den Bastionen und vom Wall aus.

Erfahren Sie mehr Informationen zur Geschichte der Festung Dresden.

Brühlsche Terrasse

Blick auf die Brühlsche Terrasse bei Nacht

Die Brühlsche Terrasse ist ein gärtnerisches Kleinod der besonderen Art ‒ befindet sich die Anlage doch auf einer militärischen Verteidigungsanlage. Ihren Namen verdankt sie dem Kabinettsminister des Kurfürsten Friedrich Augusts II., Heinrich Graf von Brühl. Er hatte die ersten Abschnitte des Walls 1739 vom Kurfürsten geschenkt bekommen und in den Folgejahren durch den Architekten Johann Christoph Knöffel umgestalten lassen. Das einzige architektonische Zeugnis aus dieser Zeit ist die Sekundogenitur. Der Graf nutzte sie als Bibliothek, deren umfangreicher Bestand von rund 62.000 Bänden vergleichbar mit dem der Universitätsbibliotheken Leipzig und Wittenberg war.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Brühlschen Terrasse.

Heute ist die Terrasse mit ihrem einmaligen Ensemble aus Gartenbau und Architektur die schönste Flaniermeile der Elbestadt, die ihre Bezeichnung als »Balkon Europas« aus dem frühen 19. Jahrhundert völlig zu Recht trägt.

Dresdner Stallhof

Blick auf den »Langen Gang« im Dresdner Stallhof
Blick auf den »Langen Gang« im Dresdner Stallhof

Der »Kurfürstliche Reissige Stall« steht ein wenig im Schatten der berühmten Dresdner Gebäude ringsherum. Er ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse, das den Glanz der Dresdner Renaissanceepoche wiedergeben. 1591 unter Kurfürst Christian I. fertig gestellt, diente der Hof als Schauplatz für Turniere, Hetzjagden und Ringestechen. An letzteres erinnern zwei von Giovanni Maria Nosseni entworfene Bronzesäulen, in deren Ringe die Ritter in vollem Galopp mit ihrer Lanze treffen mussten.

In der eng bebauten Dresdner Altstadt ist es ein unerwartet weiter Raum, der sich den Besuchern zwischen Johanneum, Langem Gang, Georgenbau und Kanzleihaus bietet. Repräsentant des reifen Renaissancestils süddeutscher Prägung ist zweifellos die Arkadengalerie mit toskanischer Ordnung am Langen Gang. Trophäen und Waffenreliefs schmücken die Bögen. An der Außenseite dieses langen, schmalen Gebäudeteils, in dem die Kurfürsten einst ihre Waffen aufbewahrten, befindet sich der 102 Meter lange Fürstenzug. Ursprünglich war er in der gleichen Sgraffito-Technik ausgeführt wie der große Schlosshof. Wegen der besseren Haltbarkeit wurde der Putz 1905 bis 1907 von 25.000 Kacheln aus Meissener Porzellan ersetzt.

Der »Kurfürstlich Reissiger Stall« 

Fassadendetail im Dresdner Stallhof
Fassadendetail im Dresdner Stallhof

Nachdem Hans Irmisch 1565 bis 1567 das Kanzleihaus für die Verwaltungsgeschäfte der Dresdner Kurfürsten in unmittelbarer Schlossnähe errichtete, ergab sich auf dessen Rückseite ein freier Raum ‒ wie geschaffen für die höfischen Wettkämpfe zu Pferde. Irmisch und Paul Buchner betteten die Rennstrecke zwischen 1586 und 1591 in eine dreiflügelige Anlage ein. Je ein Wendelstein in den Hofecken führte bis ins zweite Obergeschoss. Gegenüber des Kanzleihauses schloss der »Lange Gang« den Hof ab. Die 22 Rundbogenarkaden gehen wahrscheinlich auf Giovanni Maria Nosseni zurück. In dem langen Saal des Obergeschosses wurde erst die Ahnengalerie der Wettiner gezeigt, ab 1731 diente er als Gewehrgalerie. Das Stallgebäude zur Unterbringung der Kutschen und Pferde im Erdgeschoss und zur Beherbergung vornehmer Gäste im Obergeschoss entstand östlich auf der alten Stadtmauer. Nach größeren Umbauten im 18. Jahrhundert präsentiert es sich heute als Johanneum und Verkehrsmuseum. Aus der Zeit der Renaissance stammen die beiden Bronzesäulen für das Ringestechen.

Barocke Umgestaltung

Im 18. Jahrhundert erfuhr der Stallhof einige Umbauten, die jedoch größtenteils bei einer Sanierung im Jahr 1935 zurückgenommen wurden. Johann Christoph Knöffel leitete 1744 bis 1746 den Bau der Pferdeschwemme im Hof und den Ausbau des Stallgebäudes zur Gemäldegalerie. Schauplatz höfischer Vergnügungen wie Turniere, Ringestechen, Hetzjagden und Fuchsprellen blieb der Hof weiterhin.

Zerstörung und Wiederaufbau

Als die Gemäldegalerie 1872 in den heutigen Semperbau zog, wurde das Johanneum unter der Leitung von Carl Moritz Haenel zum Historischen Museum umgebaut, in dem der Bestand der Rüstkammer gezeigt wurde. Nach der Zerstörung von 1945 wurde der ganze Komplex in der Erscheinungsform der Renaissance wieder aufgebaut. In das Johanneum zog das Verkehrsmuseum. 1993 erfolgte die Eingliederung des Stallhofes in den neu gegründeten Schlossbetrieb Schlösser und Gärten Dresden.

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