Dresdner Stallhof

Blick auf den »Langen Gang« im Dresdner Stallhof
Blick auf den »Langen Gang« im Dresdner Stallhof

Der »Kurfürstliche Reissige Stall« steht ein wenig im Schatten der berühmten Dresdner Gebäude ringsherum. Er ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse, das den Glanz der Dresdner Renaissanceepoche wiedergeben. 1591 unter Kurfürst Christian I. fertig gestellt, diente der Hof als Schauplatz für Turniere, Hetzjagden und Ringestechen. An letzteres erinnern zwei von Giovanni Maria Nosseni entworfene Bronzesäulen, in deren Ringe die Ritter in vollem Galopp mit ihrer Lanze treffen mussten.

In der eng bebauten Dresdner Altstadt ist es ein unerwartet weiter Raum, der sich den Besuchern zwischen Johanneum, Langem Gang, Georgenbau und Kanzleihaus bietet. Repräsentant des reifen Renaissancestils süddeutscher Prägung ist zweifellos die Arkadengalerie mit toskanischer Ordnung am Langen Gang. Trophäen und Waffenreliefs schmücken die Bögen. An der Außenseite dieses langen, schmalen Gebäudeteils, in dem die Kurfürsten einst ihre Waffen aufbewahrten, befindet sich der 102 Meter lange Fürstenzug. Ursprünglich war er in der gleichen Sgraffito-Technik ausgeführt wie der große Schlosshof. Wegen der besseren Haltbarkeit wurde der Putz 1905 bis 1907 von 25.000 Kacheln aus Meissener Porzellan ersetzt.

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Der »Kurfürstlich Reissiger Stall« 

Fassadendetail im Dresdner Stallhof
Fassadendetail im Dresdner Stallhof

Nachdem Hans Irmisch 1565 bis 1567 das Kanzleihaus für die Verwaltungsgeschäfte der Dresdner Kurfürsten in unmittelbarer Schlossnähe errichtete, ergab sich auf dessen Rückseite ein freier Raum ‒ wie geschaffen für die höfischen Wettkämpfe zu Pferde. Irmisch und Paul Buchner betteten die Rennstrecke zwischen 1586 und 1591 in eine dreiflügelige Anlage ein. Je ein Wendelstein in den Hofecken führte bis ins zweite Obergeschoss. Gegenüber des Kanzleihauses schloss der »Lange Gang« den Hof ab. Die 22 Rundbogenarkaden gehen wahrscheinlich auf Giovanni Maria Nosseni zurück. In dem langen Saal des Obergeschosses wurde erst die Ahnengalerie der Wettiner gezeigt, ab 1731 diente er als Gewehrgalerie. Das Stallgebäude zur Unterbringung der Kutschen und Pferde im Erdgeschoss und zur Beherbergung vornehmer Gäste im Obergeschoss entstand östlich auf der alten Stadtmauer. Nach größeren Umbauten im 18. Jahrhundert präsentiert es sich heute als Johanneum und Verkehrsmuseum. Aus der Zeit der Renaissance stammen die beiden Bronzesäulen für das Ringestechen.

Barocke Umgestaltung

Im 18. Jahrhundert erfuhr der Stallhof einige Umbauten, die jedoch größtenteils bei einer Sanierung im Jahr 1935 zurückgenommen wurden. Johann Christoph Knöffel leitete 1744 bis 1746 den Bau der Pferdeschwemme im Hof und den Ausbau des Stallgebäudes zur Gemäldegalerie. Schauplatz höfischer Vergnügungen wie Turniere, Ringestechen, Hetzjagden und Fuchsprellen blieb der Hof weiterhin.

Zerstörung und Wiederaufbau

Als die Gemäldegalerie 1872 in den heutigen Semperbau zog, wurde das Johanneum unter der Leitung von Carl Moritz Haenel zum Historischen Museum umgebaut, in dem der Bestand der Rüstkammer gezeigt wurde. Nach der Zerstörung von 1945 wurde der ganze Komplex in der Erscheinungsform der Renaissance wieder aufgebaut. In das Johanneum zog das Verkehrsmuseum. 1993 erfolgte die Eingliederung des Stallhofes in den neu gegründeten Schlossbetrieb Schlösser und Gärten Dresden.

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